Einzelintegration im Kindergarten:
Wann sie sinnvoll ist und wie sie Dein Kind im Alltag unterstützt
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Liebe Mama, lieber Papa,
vielleicht hast Du bereits erste Gespräche im Kindergarten geführt. Vielleicht wurde Dir zurückgemeldet, dass Dein Kind im Alltag mehr Unterstützung braucht. Oder Du beobachtest selbst, dass bestimmte Situationen immer wieder herausfordernd sind.
Und dann fällt zum ersten Mal ein Begriff, der für viele Eltern zunächst ungewohnt klingt:
Einzelintegration.
Doch was bedeutet das eigentlich genau? Und ist das etwas, das Deinem Kind wirklich helfen kann?
Was Einzelintegration im Kindergarten bedeutet
Einzelintegration ist eine Form der heilpädagogischen Unterstützung im Kindergarten und richtet sich an Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bzw. bis zum Schuleintritt.
Das Besondere daran ist, dass die Förderung nicht außerhalb stattfindet, sondern genau dort, wo Dein Kind seinen Alltag verbringt: im Kindergarten, im Spiel und im Kontakt mit anderen Kindern.
Dein Kind wird dabei von einer Fachkraft begleitet, die es individuell unterstützt, ohne es aus dem Gruppengeschehen herauszunehmen. Ziel ist es nicht, Dein Kind zu verändern, sondern es so zu begleiten, dass es seinen Platz im Alltag besser finden kann. Der zentrale Begriff dabei ist Teilhabe an der Gemeinschaft. Das bedeutet, dass Dein Kind nicht nur dabei ist, sondern wirklich teilnehmen kann – im Spiel, im Miteinander und im gesamten Kindergartenalltag.
Einzelintegration ist dabei vor allem für Kinder gedacht, die einen Regelkindergarten besuchen, also eine Einrichtung ohne spezielle Integrationsgruppe. Gerade hier ermöglicht sie, dass Dein Kind in seinem gewohnten Umfeld bleiben kann und dort die Unterstützung bekommt, die es braucht.
Für welche Kinder ist Einzelintegration sinnvoll?
Einzelintegration richtet sich an Kinder, die im Alltag spürbar mehr Unterstützung benötigen. Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen:
Manche Kinder wirken schnell überfordert, reagieren sehr impulsiv oder haben Schwierigkeiten, sich zu regulieren. Andere ziehen sich eher zurück, wirken unsicher oder finden schwer in Kontakt mit anderen Kindern. Wieder andere haben Herausforderungen in der Wahrnehmung, in der Bewegung oder in der Konzentration.
Auch Kinder mit besonderen Entwicklungsprofilen oder Diagnosen wie ADHS, ADS, PDA, HSP oder einer Autismus-Spektrum-Störung können von Einzelintegration profitieren.
Wichtig ist dabei nicht in erster Linie die Diagnose, sondern der tatsächliche Unterstützungsbedarf im Alltag.
Wie Einzelintegration konkret im Alltag wirkt
Ein großer Vorteil der Einzelintegration ist, dass sie direkt im Alltag Deines Kindes stattfindet: Die Fachkraft begleitet Dein Kind in typischen Situationen im Kindergarten, zum Beispiel im Freispiel, bei Übergängen, in Gruppensituationen oder im Kontakt mit anderen Kindern.
Dabei geht es nicht darum, ständig einzugreifen, sondern Dein Kind gezielt zu unterstützen, wenn es Unterstützung braucht. Mit der Zeit entsteht mehr Sicherheit im Verhalten, im Umgang mit anderen und in der eigenen Selbstregulation.
Gleichzeitig wirkt Einzelintegration nicht nur auf Dein Kind allein denn sie basiert auf einem Dreiklang, der für die Entwicklung entscheidend ist:
-Dein Kind wird im Alltag begleitet und unterstützt.
-Die pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten werden beraten und gestärkt.
-Du als Elternteil bekommst Orientierung und Begleitung.
Durch diese enge Zusammenarbeit entsteht ein gemeinsames Verständnis für Dein Kind. Alle Beteiligten schauen in die gleiche Richtung und unterstützen Dein Kind auf eine abgestimmte Weise. Das bringt oft spürbar mehr Ruhe und Klarheit in den Alltag.
Einzelintegration und Inklusion: Teilhabe im Alltag ermöglichen
Ein zentrales Ziel der Einzelintegration ist die Teilhabe Deines Kindes am Alltag im Kindergarten. Das bedeutet, dass Dein Kind nicht am Rand steht, sondern aktiv am Gruppengeschehen teilnehmen kann.
Inklusion zeigt sich dabei nicht in großen Worten, sondern in den kleinen und alltäglichen Situationen im Kindergarten. Dein Kind kann sich im Freispiel einbringen, an Gruppenangeboten teilnehmen und Teil von gemeinsamen Erlebnissen sein. Gerade auch bei Projektarbeiten oder Ausflügen wird deutlich, wie wichtig diese Teilhabe ist. Vielleicht kennst Du Situationen, in denen Dein Kind bei solchen Aktivitäten schnell an seine Grenzen kommt oder sich zurückzieht. Genau hier setzt die Einzelintegration an:
Dein Kind wird so begleitet, dass es auch an diesen besonderen Momenten teilhaben kann, ohne überfordert zu sein. Es bekommt Unterstützung, um sich einzubringen, sich zu orientieren und sich im Miteinander sicherer zu fühlen.
So entstehen Erfahrungen, die für die Entwicklung Deines Kindes von großer Bedeutung sind. Dein Kind erlebt sich als Teil der Gemeinschaft und nicht als außenstehend.
Wie Einzelintegration beantragt wird
In vielen Fällen entsteht der erste Impuls für eine Einzelintegration im Austausch mit dem Kindergarten:
Die Erzieherinnen und Erzieher oder die Leitung sprechen Eltern an, wenn sie beobachten, dass ein Kind im Alltag mehr Unterstützung benötigt.
Der Antrag wird in der Regel gemeinsam mit dem Kindergarten beim zuständigen Amt gestellt. Dort wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Eingliederungshilfe erfüllt sind. Wenn eine Bewilligung erfolgt, kann die Förderung beginnen.
Für Dich als Elternteil ist wichtig zu wissen, dass für die Einzelintegration keine Kosten entstehen, da die Leistung vom zuständigen Amt übernommen wird.
Wie viel Unterstützung Dein Kind bekommt
Im Kreis Herzogtum Lauenburg und der Hansestadt Lübeck umfasst die Einzelintegration sechs Stunden pro Woche.
In dieser Zeit wird Dein Kind gezielt von einer Fachkraft im Kindergarten begleitet. Diese Unterstützung ist individuell abgestimmt und orientiert sich an dem, was Dein Kind an Ressourcen mitbringt und im Alltag wirklich braucht.
Einzelintegration und Frühförderung – was ist der Unterschied?
Vielleicht kennst Du bereits den Begriff Frühförderung: Frühförderung findet häufig im häuslichen Umfeld oder in der Krippe statt und begleitet Kinder von Geburt an bis zum Schuleintritt.
Die Einzelintegration hingegen ist speziell auf den Kindergartenalltag ausgerichtet und beginnt in der Regel ab dem Elementarbereich im Alter von drei Jahren. Sie kann auch eine Anschlussmaßnahme sein, wenn ein Kind zuvor bereits Frühförderung erhalten hat.
Wichtig ist zu wissen, dass eine laufende Frühförderung in der Regel endet, wenn eine Einzelintegrationsmaßnahme im Kindergarten beginnt.
👉 Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Kind grundsätzlich Unterstützung braucht oder wie Frühförderung genau aufgebaut ist, findest Du hier einen ausführlichen Überblick zur Frühförderung und ihren Zielen.
Einzelintegration im Kreis Herzogtum Lauenburg
Ich begleite Kinder im Kreis Herzogtum Lauenburg, zum Beispiel in Ratzeburg, Mölln und Umgebung sowie in der Hansestadt Lübeck im Rahmen der Einzelintegration direkt im Kindergarten.
Dabei ist es mir besonders wichtig, dass Dein Kind in seinem vertrauten Umfeld bleiben kann und dort die Unterstützung bekommt, die es für seine Entwicklung braucht.
Wann Einzelintegration sinnvoll sein kann
Viele Eltern sind unsicher, ob dieser Schritt notwendig ist oder ob sich die Entwicklung ihres Kindes noch von alleine stabilisiert. Diese Unsicherheit ist völlig verständlich.
Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass Kinder sehr davon profitieren, wenn sie frühzeitig die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Gerade im Kindergarten werden wichtige Grundlagen für die weitere Entwicklung gelegt.
Ein erster Austausch kann helfen, die Situation besser einzuordnen und gemeinsam zu schauen, welcher Weg für Dein Kind sinnvoll ist.
Mein Angebot für Dich
Wenn Du Dich fragst, ob Einzelintegration für Dein Kind sinnvoll sein könnte oder wenn Du bereits erste Rückmeldungen aus dem Kindergarten erhalten hast, dann melde Dich gerne bei mir.
Das erste Gespräch ist für Dich kostenfrei und unverbindlich.
Gemeinsam schauen wir, wo Dein Kind gerade steht, welche Unterstützung sinnvoll ist und wie der weitere Weg aussehen kann. Ich begleite Dich auf Wunsch auch durch den gesamten Antragsprozess beim zuständigen Amt, sodass Du diesen Schritt nicht alleine gehen musst.