Konzentrationsprobleme bei Kindern: 

Ursachen verstehen und gezielt lösen

Lesezeit: 4 Minuten

Liebe Mama und lieber Papa,

kennst Du das? Dein Kind sitzt vor den Hausaufgaben, doch nach wenigen Minuten schweifen die Gedanken ab. Es spielt mit dem Stift, schaut aus dem Fenster oder scheint plötzlich alles andere spannender zu finden als die eigentliche Aufgabe. Viele Eltern stehen vor genau dieser Herausforderung: Mein Kind kann sich einfach nicht konzentrieren! Doch woran liegt das – und noch wichtiger: Was kannst Du tun? 


Warum fällt es vielen Kindern schwer, sich zu konzentrieren?

Die Fähigkeit zur Konzentration ist ein komplexer Prozess, der von vielen Faktoren beeinflusst wird. Hier sind einige der häufigsten Ursachen: 

 

  • Unausgereifte frühkindliche Reflexe: 

Frühkindliche Reflexe helfen Babys in den ersten Lebensmonaten, müssen sich aber mit der Zeit zurückbilden. Wenn das nicht geschieht, kann es dazu führen, dass Dein Kind ständig mit unbewussten Bewegungen kämpft – das macht konzentriertes Arbeiten schwer. 

  •  Bewegungsmangel

Kinder brauchen Bewegung, um sich im Schulalltag konzentrieren zu können. Wenn sie sich zu wenig bewegen, fehlt ihnen die körperliche und geistige Auslastung, um still zu sitzen und sich zu fokussieren. 

  •  Reizüberflutung & Ablenkungen: 

Viele Kinder sind von einer ständigen Flut an Informationen umgeben – Fernsehen, Tablets, Smartphones. Das Gehirn ist darauf programmiert, ständig neue Reize zu suchen, anstatt sich auf eine Sache zu konzentrieren.
 

  •  Fehlende Körperkontrolle: 

Wenn die Grundmuskulatur nicht stabil genug ist, kann das Sitzen auf einem Stuhl bereits eine große Anstrengung sein. Das Gehirn ist dann so sehr mit der Körperhaltung beschäftigt, dass für Konzentration kaum Energie übrig bleibt. 

  •  Emotionale Faktoren: 

Ängste, Stress oder Unsicherheiten können ebenfalls dazu führen, dass Dein Kind sich nicht konzentrieren kann. 



Was kannst Du tun, um die Konzentration Deines Kindes zu fördern?

 1. Bewegung in den Alltag integrieren: 

Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und verbessert die Konzentration. Toben, Klettern, Hüpfen oder Balance-Übungen sind ideale Möglichkeiten, um das Gehirn auf Lernprozesse vorzubereiten. 

 

 2. Reflexintegration überprüfen lassen: 

Falls frühkindliche Reflexe noch aktiv sind, kann eine gezielte Reflexintegration helfen, die neurologischen Grundlagen für bessere Konzentration zu schaffen. 

 

3. Klare Strukturen schaffen: 

Kinder profitieren von festen Abläufen. Sorge für einen ruhigen, aufgeräumten Arbeitsplatz und begrenze Ablenkungen. 

 

4. Konzentrationsspiele nutzen: 

Spielerische Übungen wie „Simon sagt“, Memory oder Balancierübungen helfen, die Aufmerksamkeitsspanne zu verlängern. 

 

5. Regelmäßige Bewegungspausen einbauen: 

Lass Dein Kind nach 20 Minuten Lernzeit kurz aufstehen, sich strecken oder hüpfen. Danach geht es oft wieder mit neuer Energie weiter. 



Kleine Veränderungen – große Wirkung

Wenn Dein Kind Schwierigkeiten mit der Konzentration hat, liegt das häufig nicht an fehlender Motivation oder mangelnder Intelligenz, sondern an noch nicht ausgereiften neurologischen Grundlagen. Frühkindliche Reflexe, unzureichende Körperspannung oder ein hoher Bewegungsbedarf können das Lernen deutlich erschweren.


Gezielte Bewegung, klare Strukturen und – wenn sinnvoll – ein Reflexintegrationstraining können dabei unterstützen, die Voraussetzungen für mehr Fokus und Ausdauer zu verbessern.


Wenn Du Dich fragst, ob bei Deinem Kind noch frühkindliche Reflexe aktiv sind, kannst Du Dich gern zu einem kostenlosen telefonischen Erstgespräch melden. Dort klären wir fachlich und in Ruhe, ob Reflexintegration ein sinnvoller Ansatz sein kann und wie das weitere Vorgehen aussieht.