Schulfähigkeit bei Kindern:
Warum Reflexintegration eine wichtige Rolle spielt
Lesezeit: 4 Minuten
Liebe Mama, lieber Papa,
Vorschulzeit, das letzte Jahr im Kindergarten und der Übergang in die Schule – was für eine aufregende Zeit.
Früher hieß es „Schulreife“. Aber Kompetenzen, die für den Schulbesuch erforderlich sind, werden nicht rein biologisch bestimmt und „reifen“ somit nicht automatisch. Sie werden erlernt und dementsprechend bilden sich Fähigkeiten heraus. So wurde der Begriff umbenannt in „Schulfähigkeit“.
Es gibt für die Schulfähigkeit zwar keine ganz klar umrissene Definition, dennoch können wir relevante Fähigkeiten in vier Hauptbereiche einteilen: in den emotionalen, den sozialen, den motorischen und den kognitiven Bereich. Außerdem sind phonologische Bewusstheit sowie ein mathematisches Grundverständnis für Dein Kind immens wichtig für den Übergang in die Schule. (J. Boetius) (Auf diese sechs Bereiche gehe ich in einem anderen Beitrag ein.)
Kindergartenkinder haben die Kleinkindphase hinter sich gelassen. Sie können nach dem dritten Lebensjahr in der Regel stabil sitzen, sicher gehen, ein Ziel anlaufen, Hände und Füße werden bewusst eingesetzt. Und Kindergartenkinder tragen meist keine Windel mehr. Sie sind unabhängiger von Erwachsenen, selbständiger und können ihrer Neugierde nachkommen. Kindergartenkinder verlieren zunehmend die Scheu vor anderen Menschen. Sie lernen sich selber kennen und erfahren Eigenständigkeit sowie Selbstwirksamkeit. Abhängig davon in welch einem Umfeld ein Kind aufwächst, lernt es Unterschiedliches.
Ist Dein Kind Vorschulkind, hat es mit Deiner Hilfe schon unendlich viel gelernt!
Die Autonomiephase klingt vor dem Schuleintritt ab. Der eigene Geschmack beginnt sich beim Vorschulkind zu entwickeln, eigene Wünsche können kurzzeitig zurückgestellt werden und Aussagen Erwachsener wollen begründet sein. Vorschulkinder wollen ihren Wirkungskreis erweitern und selbstständiger werden. Dazu benötigen sie Selbstvertrauen. Eigenständige tägliche Routinen unterstützen Dein Kind dabei. Vorschulkinder ziehen sich eigenständig an und aus, putzen sich selber die Zähne und gehen alleine auf die Toilette. Nur wer alltägliche Dinge eigenständig erledigen kann und nicht auf Hilfe angewiesen ist, kann sich auf sich selber verlassen und fühlt sich auch in einer neuen und fremden Umgebung sicher. Sei es zu Besuch bei Freunden, zur Übernachtung bei den Großeltern, in einer Sportgruppe, oder in der neuen Schule. (Dr. B. Ebbert)
Auf die Schulfähigkeit können sich einige frühkindliche Reflexe negativ auswirken, wenn diese noch aktiv sind und sich noch nicht integrieren konnten. Ich möchte in diesem Beitrag auf zwei frühkindliche Reflexe eingehen: Haben sich zum Beispiel die Stressreflexe (der Furcht-Lähmungs-Reflex und der Moro-Reflex) aufgrund der heutigen hohen Stressbelastung beim Kind nicht integriert, so werden diese Kinder überempfindlich gegenüber sensorischer Stimulation und leicht ablenkbar. Das hohe Stressniveau wirkt sich negativ auf die Konzentration und somit auf das Lernen aus. Sind die Stressreflexe bei Deinem Kind noch aktiv, kann der Schulalltag deutlich anstrengender werden. Gespräche mit Fachkräften oder zusätzliche Unterstützung sind dann keine Seltenheit.
Kinder mit aktiven Stressreflexen zeigen nicht nur eine geringe Stresstoleranz, sie sind auch gegenüber Sinnesreizen überempfindlich. Dies kann Berührungen, Licht, Geräusche, Gleichgewicht, Tiefensensibilität, Geruch, oder Geschmack betreffen. Muskelverspannungen im Schulter-Nacken-Bereich sind häufig. Langfristig können sich auch psychosomatische oder emotionale Belastungen entwickeln. Für ein Kind mit nicht integrierten Stressreflexen kann es außerdem Stress bedeuten, anderen Menschen in die Augen zu schauen. (Dr. H. Blomberg)
Beim Reflexintegrationstraining überprüfe ich die Stressreflexe bei Deinem Kind auf noch bestehende Aktivität. Und wir können die Sressreflexe anschließend durch rhythmische Bewegungsübungen und pränatal orientierte Bewegungssequenzen, integrieren.
Damit Dein Kind entstresst in die Schule gehen kann und sich frei entwickelt
Manchmal braucht es dafür keine zusätzlichen Förderprogramme, sondern das Lösen alter Stressmuster im Nervensystem.
Wenn Du Dir unsicher bist, ob frühkindliche Reflexe bei Deinem Kind noch eine Rolle spielen, melde Dich gern bei mir. In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir Deine Fragen in Ruhe.