Frühe Hilfen: 

Frühförderung und Einzelintegration verständlich erklärt

Lesezeit: 4 - 5 Minuten


Liebe Mama, lieber Papa,

vielleicht begleitet Dich schon länger das Gefühl, dass der Alltag mit Deinem Kind anstrengender ist als gedacht.


Vielleicht hast Du Sorgen wegen seiner Entwicklung. Im Kindergarten oder beim Kinderarzt wurden Themen angesprochen, die Dich verunsichern. Oft ist es kein einzelnes Ereignis, sondern dieses leise innere Wissen: Irgendwie braucht es gerade mehr Unterstützung.


Genau hier setzen die Frühen Hilfen an.



Was sind Frühe Hilfen?

Frühe Hilfen sind Unterstützungsangebote für Familien mit kleinen Kindern bis hin zur Einschulung. Sie begleiten Entwicklung frühzeitig, alltagsnah und entlastend.

Zu den Frühen Hilfen gehören unter anderem die heilpädagogische Frühförderung sowie in bestimmten Fällen die heilpädagogische Einzelintegration im Kindergarten.


Dabei geht es nicht darum, ein Kind zu bewerten oder frühzeitig zu „etikettieren“. Frühe Hilfen bedeuten, Entwicklung achtsam zu begleiten, Signale ernst zu nehmen und Familien rechtzeitig zu stärken.


Wenn Du Dich grundsätzlich erst einmal informieren möchtest, was Frühe Hilfen überhaupt sind und welche Ziele sie verfolgen, findest Du dazu auch einen ausführlichen Artikel hier auf meinem Blog:

👉 Frühförderung – wenn Entwicklung Unterstützung braucht.



Frühförderung als Teil der Frühen Hilfen

Frühförderung begleitet Kinder von der Geburt bis zur Einschulung, wenn ihre Entwicklung Unterstützung braucht. Sie richtet sich an Säuglinge, Klein- und Vorschulkinder und bezieht immer auch das familiäre Umfeld mit ein.


Kinder entwickeln sich nicht gleichmäßig. Es gibt stabile Phasen und Zeiten, in denen Entwicklung ins Stocken gerät. Übergänge wie der Start in die Kita, Veränderungen in der Familie oder neue soziale Anforderungen können dabei besonders herausfordernd sein.


Frühförderung setzt genau hier an:

nicht defizitorientiert, sondern ressourcenstärkend, beziehungsorientiert und alltagsnah.



Wo und wie findet Frühförderung statt?

Heilpädagogische Frühförderung gibt es mobil und ambulant. Die Förderung kann im vertrauten Umfeld Deines Kindes stattfinden, zum Beispiel bei Euch zu Hause oder in der Kita. In manchen Fällen erfolgen Termine auch in Praxisräumen.


In der Regel findet die Frühförderung einmal wöchentlich statt. Je nach Bedarf können auch zwei Fördereinheiten bewilligt werden. Ziel ist nicht, Dein Kind zu „trainieren“, sondern Entwicklung über Beziehung, Spiel, Bewegung und gezielte Impulse zu unterstützen.



Wann kann Frühförderung sinnvoll sein?

Frühförderung kann entlastend sein, wenn zum Beispiel:

  • die motorische, sprachliche oder spielerische Entwicklung verzögert wirkt
  • Dein Kind sehr unruhig ist oder sich schwer konzentrieren kann
  • Wahrnehmung, Regulation oder Anpassung im Alltag schwierig sind
  • Dein Kind frühgeboren ist
  • Entwicklungsauffälligkeiten oder Behinderungen vorliegen
  • Schlaf- oder Esssituationen stark belasten
  • der Kita-Alltag für Dein Kind zunehmend herausfordernd wird


Oft reichen frühe, gezielte Impulse aus, um Entwicklung in Bewegung zu bringen und den Familienalltag spürbar zu entspannen.


Wenn Du Dich darüber hinaus fragst, wann ein Kind überhaupt Frühförderung bekommt und für wen diese Unterstützung gedacht ist, findest Du dazu einen ausführlichen Beitrag hier auf meinem Blog: 
👉 „Für wen Frühförderung gedacht ist“. 


Einzelintegration im Kindergarten – Unterstützung im Alltag

Zu den Frühen Hilfen zählt neben der Frühförderung auch die heilpädagogische Einzelintegration im Kindergarten. Sie richtet sich an Kinder, die im Gruppenkontext zusätzliche Begleitung benötigen, zum Beispiel bei Verhaltensauffälligkeiten, emotionaler Überforderung oder Schwierigkeiten im sozialen Miteinander.


Die Einzelintegration findet direkt im Kindergarten statt und wird individuell an Dein Kind und den jeweiligen Alltag angepasst. Ziel ist es, Teilhabe, Sicherheit und Inklusion zu ermöglichen, mit der pädagogischen Haltung Hilfe zur Selbsthilfe.


Wichtig zu wissen: Erhält ein Kind eine bewilligte Einzelintegrationsmaßnahme im Kindergarten, endet in der Regel der Anspruch auf Frühförderung.



Antrag und Kosten – was Eltern wissen sollten

Frühförderung und Einzelintegration sind Leistungen der Eingliederungshilfe. Der Antrag wird beim zuständigen Amt gestellt.


Für Dich als Elternteil entstehen keine Kosten. Die Leistungen werden vom Sozialhilfeträger übernommen.


Bei der Antragstellung begleite und unterstütze ich Dich gern.



Frühe Hilfen bedeuten Entlastung

Viele Eltern zögern, Frühe Hilfen in Anspruch zu nehmen – aus Unsicherheit oder aus Angst vor einem Stempel. Die Erfahrung zeigt jedoch: Je früher Unterstützung beginnt, desto entlastender kann sie wirken.


Mein Leitsatz lautet: früh fördern, früh bewegen.

Frühe Hilfen schaffen Orientierung, stärken Kinder in ihrer Entwicklung und geben Eltern das gute Gefühl, nicht alles allein tragen zu müssen.


Wenn Du unsicher bist, ob Frühförderung oder Einzelintegration für Dein Kind sinnvoll ist, melde Dich gern. Manchmal beginnt Entlastung mit einem Gespräch.