Für wen ist Frühförderung da und 

wann ist Unterstützung für die Entwicklung eines Kindes sinnvoll?

Lesezeit: 5 - 6 Minuten


Liebe Mama, lieber Papa,

viele Eltern kommen mit einer ganz ähnlichen Frage zu mir. Sie sagen zum Beispiel: „Ich weiß gar nicht genau, ob ich mir Sorgen machen muss, aber irgendetwas fühlt sich nicht ganz stimmig an.“


Manchmal geht es um Sprache, manchmal um Bewegung und manchmal um Verhalten im Kindergarten oder um Schwierigkeiten im Alltag. 

Und fast immer steht eine Frage im Raum: Braucht mein Kind vielleicht Frühförderung?


Doch bevor Eltern diesen Schritt gehen, möchten sie oft erst verstehen: Für wen ist Frühförderung eigentlich gedacht?


Wenn Du Dich grundsätzlich erst einmal informieren möchtest, was Frühe Hilfen überhaupt sind und welche Ziele sie verfolgen, findest Du dazu auch einen ausführlichen Artikel hier auf meinem Blog:

👉 Frühförderung – wenn Entwicklung Unterstützung braucht.


Frühförderung bedeutet: früh hinschauen und Entwicklung begleiten

Im Gesetz wird Frühförderung häufig für Kinder mit Behinderung oder drohender Behinderung beschrieben.


Diese Formulierung wirkt auf viele Eltern zunächst sehr groß und manchmal auch beunruhigend. In der Praxis der Frühförderung wird der Begriff jedoch deutlich weiter verstanden.


Frühförderung richtet sich an Kinder, deren Entwicklung Unterstützung brauchen könnte, oder bei denen ein Entwicklungsrisiko besteht.


Das bedeutet: Nicht erst dann, wenn bereits eine eindeutige Diagnose vorliegt, kann Unterstützung sinnvoll sein.


Gerade in den ersten Lebensjahren gilt nämlich: Je früher wir hinschauen und unterstützen, desto mehr Entwicklungsmöglichkeiten können sich entfalten.


Deshalb hat Frühförderung immer auch einen präventiven Auftrag. Sie möchte Entwicklung stärken, bevor Schwierigkeiten sich festsetzen.



Wann Frühförderung für ein Kind sinnvoll sein kann

Die Kinder, die Frühförderung erhalten, sind sehr unterschiedlich.


Es gibt nicht den einen typischen Anlass. Vielmehr gibt es verschiedene Situationen, in denen Unterstützung hilfreich sein kann.


Einige Beispiele können dabei Orientierung geben.



Frühförderung bei Frühgeborenen und Säuglingen mit Entwicklungsrisiken

Manche Kinder haben bereits einen besonders herausfordernden Start ins Leben. Frühgeborene Kinder zum Beispiel – vor allem sehr früh geborene Kinder – haben ein erhöhtes Risiko für spätere Entwicklungsverzögerungen. Diese zeigen sich manchmal erst im Kleinkind- oder Kindergartenalter.


Frühförderung kann hier begleiten, beobachten und unterstützen, damit Entwicklungsschritte gut aufgebaut werden können.


Auch Säuglinge, die sehr viel schreien oder Schwierigkeiten haben, zur Ruhe zu finden, können Familien stark belasten. In solchen Situationen kann frühzeitige Unterstützung helfen, Kind und Eltern wieder mehr Sicherheit im Alltag zu geben.


Frühförderung bei körperlichen oder neurologischen Besonderheiten

Ein Teil der Kinder in der Frühförderung hat angeborene oder früh entstandene Beeinträchtigungen.


Zum Beispiel durch:

  • genetische Besonderheiten
  • motorische Entwicklungsauffälligkeiten
  • Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen
  • körperliche Fehlbildungen


Gerade bei diesen Kindern ist es besonders wichtig, früh zu beginnen.


Frühförderung kann hier dazu beitragen, Entwicklungsmöglichkeiten bestmöglich zu unterstützen und Familien im Alltag zu begleiten.



Frühförderung bei Entwicklungsverzögerungen im Kindergartenalter

Eine große Gruppe der Kinder, die Frühförderung erhalten, sind Kinder im Kindergartenalter mit Entwicklungsverzögerungen oder Verhaltensbesonderheiten.


Das kann sich zum Beispiel zeigen durch:

  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • motorische Unsicherheiten
  • Probleme mit Konzentration oder Aufmerksamkeit
  • impulsives Verhalten oder starke Unruhe
  • Schwierigkeiten im sozialen Miteinander
  • starke Ängstlichkeit oder Rückzug


Manche Kinder fallen durch ihr Verhalten sehr auf. Andere bleiben lange unbemerkt, weil sie still und angepasst wirken. Auch diese Kinder können Unterstützung gut gebrauchen.



Frühförderung bei belastenden Lebenssituationen

Die Entwicklung eines Kindes entsteht nie nur aus dem Kind selbst heraus. Auch das Umfeld spielt eine wichtige Rolle.


Wenn Familien mit vielen Belastungen gleichzeitig umgehen müssen – etwa durch Stress, finanzielle Sorgen oder schwierige Lebenssituationen – kann sich das ebenfalls auf die Entwicklung eines Kindes auswirken.


Frühförderung arbeitet deshalb immer auch mit den Eltern. Ziel ist es, Familien zu stärken und den Alltag für alle Beteiligten leichter zu machen.



Frühförderung für Eltern, die sich einfach unsicher fühlen

In den letzten Jahren kommen immer häufiger Eltern zur Frühförderung, die vor allem eines möchten: eine fachliche Einschätzung. 

Sie fragen sich zum Beispiel:

  • Entwickelt sich mein Kind altersgerecht?
  • Muss ich mir Sorgen machen?
  • Wann braucht ein Kind Frühförderung?


Manchmal reicht schon ein gemeinsamer Blick auf die Entwicklung eines Kindes, um Klarheit zu bekommen.


Frühförderung bedeutet also nicht automatisch eine langfristige Förderung.


Oft beginnt alles mit einem Gespräch und einer Einschätzung.


Wenn Du wissen möchtest, welches andere Unterstützungsangebot es in den Frühe Hilfen noch gibt, kannst Du dazu auch meinen Artikel lesen:

👉 Frühe Hilfen, Frühförderung und Einzelintegration verständlich erklärt.


Kostet Frühförderung etwas?

Viele Eltern stellen sich an dieser Stelle eine ganz praktische Frage: Wer bezahlt eigentlich Frühförderung?


Die gute Nachricht ist: Frühförderung ist eine Leistung der Eingliederungshilfe und wird von den zuständigen Kostenträgern übernommen. Für Eltern entstehen deshalb keine eigenen Kosten.



Wer Frühförderung für ein Kind anregt

Der erste Schritt zur Frühförderung kann auf unterschiedlichen Wegen entstehen. Sehr häufig sind es Eltern selbst, die Unterstützung suchen. Manchmal kommt der Impuls auch von anderen Fachpersonen, die das Kind im Alltag begleiten.


Zum Beispiel von:

  • Kinderärztinnen und Kinderärzten
  • Erzieherinnen und Erziehern im Kindergarten
  • Therapeutinnen und Therapeuten
  • Hebammen oder Familienhebammen


Gerade im Kindergarten werden Entwicklungsunterschiede oft besonders sichtbar. Dann kann gemeinsam überlegt werden, ob Frühförderung für das Kind sinnvoll sein könnte.


Wichtig ist dabei immer: Frühförderung geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Eltern.



Frühförderung bedeutet Chancen für Entwicklung

Wenn ein Kind Frühförderung erhält, geht es nicht darum, ein Etikett zu vergeben.


Es geht darum,

  • Entwicklung zu unterstützen
  • Ressourcen zu stärken
  • Eltern Sicherheit zu geben
  • und Kindern gute Voraussetzungen für ihren weiteren Weg zu ermöglichen.


Gerade in den ersten Lebensjahren können kleine Impulse große Veränderungen bewirken.


Vielleicht stellst Du Dir gerade diese Frage

Vielleicht bist Du über diesen Artikel gestolpert, weil Du Dir Gedanken über die Entwicklung Deines Kindes machst. Vielleicht hast Du auch einfach das Gefühl, dass Du gerne einmal mit einer Fachperson darüber sprechen würdest.

Dann darfst Du wissen: Wenn Du Dir unsicher bist, ob Frühförderung für Dein Kind sinnvoll sein könnte, melde Dich gerne für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.


Gemeinsam schauen wir in Ruhe auf die Entwicklung Deines Kindes und überlegen, welche Unterstützung hilfreich sein kann.


Ich freue mich darauf, Dich und Dein Kind kennenzulernen.